Nachfolgend legen wir euch den kompletten Antrag der CDU-Fraktion vor, der umfassend begründet warum die Karte in Kevelaer fehlt.
Antrag der CDU-Fraktion Kevelaer:
Einführung der Ehrenamtskarte NRW in der Wallfahrtsstadt Kevelaer
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die CDU-Fraktion im Rat der Wallfahrtsstadt Kevelaer beantragt, die Einführung der Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen erneut zu prüfen und die erforderlichen Schritte für eine zeitnahe Einführung in Kevelaer einzuleiten.
Begründung
Das Ehrenamt ist das Fundament einer lebendigen Stadtgesellschaft. Ohne die unzähligen freiwillig engagierten Bürgerinnen und Bürger wären viele Angebote in unserer Wallfahrtsstadt nicht denkbar. Ob in den Schützen- und Karnevalsvereinen, den Sportvereinen, den sozialen Einrichtungen, der Feuerwehr, den Hilfsorganisationen, den Kirchengemeinden, im kulturellen Bereich oder in der Jugendarbeit – tausende Ehrenamtliche leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Dieses außergewöhnliche Engagement verdient nicht nur Dankesworte, sondern eine dauerhafte und sichtbare Anerkennung. Die Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen ist hierfür ein bewährtes und landesweit erfolgreiches Instrument. Bereits zahlreiche Städte und Gemeinden beteiligen sich an diesem Programm. Auch im Kreis Kleve wurde die Ehrenamtskarte unter anderem in Geldern eingeführt. Weitere Kommunen sowie der Kreis Kleve selbst nutzen und unterstützen das Programm des Landes Nordrhein-Westfalen. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass die Ehrenamtskarte längst gelebte Praxis ist und erfolgreich funktioniert. Die Wallfahrtsstadt Kevelaer sollte sich dieser positiven Entwicklung anschließen und ebenfalls ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung setzen. Die Ehrenamtskarte bietet engagierten Bürgerinnen und Bürgern Vergünstigungen auf kommunaler sowie landesweiter Ebene und macht das ehrenamtliche Engagement auch nach außen sichtbar.
Gleichzeitig stärkt sie die Attraktivität des Ehrenamtes und kann dazu beitragen, neue Ehrenamtliche zu gewinnen und bestehendes Engagement langfristig zu erhalten. Gerade vor dem Hintergrund, dass nahezu alle Vereine und Organisationen zunehmend Schwierigkeiten haben, neue Ehrenamtliche zu gewinnen, ist jede Maßnahme wichtig, die freiwilliges Engagement attraktiver macht. Die Ehrenamtskarte kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten.Seit der letzten Beratung dieses Themas haben sich zudem die Rahmenbedingungen des Landes deutlich verbessert. Die Zugangsvoraussetzungen wurden vereinfacht und flexibler gestaltet.
Derzeit erhalten engagierte Bürgerinnen und Bürger die Ehrenamtskarte grundsätzlich bei einem ehrenamtlichen Engagement von mindestens vier Stunden pro Woche beziehungsweise 200 Stunden jährlich über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. Dabei steht auch der Bezug einer Aufwandsentschädigung im Rahmen der gesetzlichen Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale einer Ausstellung nicht entgegen. Ebenso wurde das Antragsverfahren vereinfacht. Die Antragstellung ist sowohl digital als auch in Papierform möglich und wird bereits von zahlreichen Kommunen erfolgreich praktiziert. Die Erfahrungen anderer Städte zeigen, dass der organisatorische Aufwand nach einer Einführungsphase überschaubar und dauerhaft gut beherrschbar ist. Der Erfolg der Ehrenamtskarte hängt allerdings wesentlich von attraktiven Angeboten vor Ort ab.
Die CDU-Fraktion sieht deshalb insbesondere die Chance, gemeinsam mit dem örtlichen Einzelhandel, der Gastronomie sowie weiteren Unternehmen ein attraktives Netzwerk von Vorteilspartnern aufzubauen.
Dabei profitieren beide Seiten:
* Ehrenamtliche erfahren eine spürbare Anerkennung für ihren Einsatz.
* Unternehmen gewinnen zusätzliche Kundinnen und Kunden und stärken gleich-zeitig ihre Verbundenheit mit unserer Stadt.
Die gewährten Vorteile sollten dabei einen echten Mehrwert darstellen. Denkbar sind beispielsweise ermäßigte Eintrittspreise in kommunalen Einrichtungen oder Rabatte im örtlichen Handel und in der Gastronomie. Ziel muss es sein, dass die Ehrenamtskarte nicht lediglich symbolischen Charakter besitzt, sondern von den Ehrenamtlichen gerne und selbstverständlich genutzt wird.
Die CDU-Fraktion erklärt ausdrücklich ihre Bereitschaft, gemeinsam mit Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen und Institutionen aktiv für die Gewinnung weiterer Akzeptanzstellen zu werben und dabei auch ihre bestehenden Netzwerke einzubringen.Die Einführung der Ehrenamtskarte ist daher weit mehr als die Ausgabe einer Vergünstigungskarte. Sie ist Ausdruck einer gelebten Anerkennungskultur und zugleich eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt unserer Wallfahrtsstadt. Gerade Kevelaer lebt in besonderem Maße vom freiwilligen Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Dieses Engagement verdient eine sichtbare Wertschätzung.
Beschlussvorschlag
Der Rat der Wallfahrtsstadt Kevelaer beschließt:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. die Einführung der Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen für die Wallfahrtsstadt Kevelaer vorzubereiten,
2. gemeinsam mit dem Kreis Kleve und dem Land Nordrhein-Westfalen die organisatorischen Voraussetzungen für die Einführung zu schaffen,
3. mögliche Kooperationspartner sowie Akzeptanzstellen aus Handel, Gastronomie, Kultur, Freizeit und Dienstleistungsbereichen zu gewinnen,
4. geeignete kommunale Vergünstigungen zu prüfen und dem Rat vorzuschlagen,
5. die finanziellen sowie personellen Auswirkungen darzustellen und
6. dem Rat einen konkreten Umsetzungsplan einschließlich eines Zeitplans zur Einführung vorzulegen.
Schlussbemerkung:
Der CDU-Fraktion liegen bereits positive Rückmeldungen aus mehreren Kevelaerer Sportvereinen vor. So haben unter anderem Verantwortliche des KSV Kevelaer, von Union Kervenheim, der DJK Twisteden, Union Wetten und Viktoria Winnekendonk ihr Interesse an der Einführung der Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen bekundet. Hierzu hat bereits ein erster Meinungsaustausch stattgefunden und es wurden erste Überlegungen zu einer möglichen Umsetzung angestellt.Diese Rückmeldungen zeigen, dass die Ehrenamtskarte nicht nur politisch diskutiert wird, sondern auch von den Vereinen als sinnvolle Form der Anerkennung und Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements wahrgenommen wird.
Entscheidend für den Erfolg wird jedoch sein, dass die Ehrenamtskarte den engagierten Bürgerinnen und Bürgern einen echten Mehrwert bietet. Attraktive Vergünstigungen und eine breite Beteiligung von Unternehmen, Handel, Gastronomie sowie kommunalen Einrichtungen sind hierfür wesentliche Voraussetzungen. Ebenso wichtig ist, dass das Antrags- und Bestätigungsverfahren für die Vereine und Organisationen möglichst einfach und unbürokratisch gestaltet wird. Der zusätzliche Verwaltungsaufwand mussin einem vertretbaren Rahmen bleiben, damit die Einführung der Ehrenamtskarte nicht zu einer Belastung für diejenigen wird, die bereits heute einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Stadt leisten.
Die CDU-Fraktion ist überzeugt, dass diese Voraussetzungen erfüllt werden können. Gemeinsam mit der Verwaltung, den Vereinen, den Unternehmen und dem Kreis Kleve sollte es gelingen, ein attraktives und praxistaugliches Angebot zu schaffen, das das Ehrenamt nachhaltig stärkt und die Wertschätzung für die vielen freiwillig Engagierten in unserer Wallfahrtsstadt sichtbar zum Ausdruck bringt.
Mit freundlichen Grüßen
Mario Maaßen, CDU-Fraktionsvorsitzender