Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die CDU-Fraktion beantragt, der Rat der Wallfahrtsstadt Kevelaer möge beschließen:
Antrag:
Die Verwaltung wird beauftragt, die Einrichtung einer „Hochzeits- und Lebensbaumallee“ in Kevelaer zu prüfen und dem Rat einen geeigneten Standort sowie ein entsprechendes Umsetzungskonzept vorzulegen.
Dabei sollen Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, aus besonderen persönlichen Anlässen einen Baum im öffentlichen Raum zu pflanzen bzw. pflanzen zu lassen und damit gleichzeitig einen nachhaltigen Beitrag für das Stadtklima und die Begrünung Kevelaers zu leisten.
Als Anlässe kommen insbesondere in Betracht:
* Hochzeit und Hochzeitsjubiläen,
* Geburt eines Kindes,
* Familienjubiläen,
* besondere persönliche oder familiäre Ereignisse,
* Gedenken an einen Menschen sowie
* allgemeine Baumspenden für den Klima- und Umweltschutz.
Die Verwaltung soll prüfen, ob die Maßnahme möglichst kostenneutral bzw. mit sehr geringem finanziellen
Aufwand für die Stadt umgesetzt werden kann.
Umsetzung
Die Verwaltung wird insbesondere gebeten, folgende Punkte zu prüfen:
Geeigneter Standort. Es soll eine geeignete öffentliche Fläche innerhalb des Stadtgebietes oder einer Ortschaft gefunden werden, die sich für die Anlage einer Baumallee bzw. eines Baumhains eignet. Dabei sollen insbesondere Flächen berücksichtigt werden, bei denen durch die Pflanzungen eine ökologische und städtebauliche Aufwertung erreicht werden kann.
Bürgerinnen und Bürger übernehmen die Kosten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen einen Baum gegen einen festzulegenden Kostenbeitrag erwerben bzw. spenden können. Der Kostenbeitrag soll nach Möglichkeit die Kosten für Baum, Pflanzung und eine angemessene Anwuchspflege abdecken. Dadurch soll das Projekt für die Stadt mit möglichst geringen zusätzlichen Haushaltsbelastungen verbunden sein.
Einheitliches Erscheinungsbild. Für eine zusammenhängende Allee soll nach Möglichkeit eine einheitliche oder aufeinander abgestimmte Auswahl geeigneter, klimaresilienter Baumarten vorgesehen werden. Die Auswahl der Baumarten soll durch den zuständigen Fachbereich bzw. den Baubetriebshof unter Berücksichtigung der örtlichen Boden- und Standortbedingungen erfolgen.
Persönliche Widmung. Die Möglichkeit einer kleinen Plakette oder eines vergleichbaren Hinweises am Baum soll geprüft werden. Auf diese Weise könnte beispielsweise vermerkt werden:
„Dieser Baum wurde anlässlich der Hochzeit von … am … gepflanzt.“
Alternativ sollte auch eine gemeinsame Beschilderung der Allee mit einer Nummerierung und einem digitalen Verzeichnis geprüft werden.
Baumspenden unabhängig von persönlichen Anlässen. Neben der Hochzeits- und Lebensbaumallee soll geprüft werden, ob Bürgerinnen und Bürger auch unabhängig von einem besonderen Anlass einen Baum für Kevelaer spenden können. Damit könnte beispielsweise eine Familie einem Angehörigen einen Baum schenken oder ein Bürger mit einer Baumspende einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Einbindung von Unternehmen und Institutionen. Auch örtlichen Unternehmen, Vereinen und Institutionen soll die Möglichkeit einer Baumspende eröffnet werden. Damit könnten zusätzliche Bäume gepflanzt und gleichzeitig die Verbundenheit der örtlichen Wirtschaft und des Ehrenamtes mit Kevelaer sichtbar gemacht werden.
Übertragbarkeit auf die Ortschaften. Nach Möglichkeit soll das Konzept so entwickelt werden, dass auch in den Ortschaften der Wallfahrtsstadt entsprechende Baumstandorte oder Baumhaine geschaffen werden können.
Begründung
Ein Baum kann weit mehr sein als nur eine Pflanze. Er kann Erinnerung, Verbundenheit und Zukunft miteinander verbinden. Eine Hochzeit, die Geburt eines Kindes oder ein besonderes Familienereignis bleibt nicht nur in einem Fotoalbum festgehalten, sondern erhält einen sichtbaren und wachsenden Platz in der Stadt.
Die CDU-Fraktion möchte deshalb mit der Einrichtung einer Hochzeits- und Lebensbaumallee eine Möglichkeit schaffen, persönliche Erinnerungen mit einem konkreten Beitrag für Kevelaer und das Klima zu verbinden. Andere Kommunen zeigen, dass solche Konzepte auf großes Interesse stoßen können. In Haltern am See werden beispielsweise Hochzeitsbäume und Lebensbäume von Bürgerinnen und Bürgern gepflanzt und damit öffentliche Flächen dauerhaft aufgewertet.
Die CDU-Fraktion sieht in dem Konzept insbesondere eine kostengünstige Möglichkeit, Kevelaer grüner zu machen. Die Stadt muss dabei nicht allein als Kostenträger auftreten. Vielmehr werden Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine und Institutionen unmittelbar beteiligt. Durch einen angemessenen Kostenbeitrag für Baum, Pflanzung und Anwuchspflege kann ein großer Teil der entstehenden Kosten von denjenigen getragen werden, die den Baum stiften.
So entsteht mit vergleichsweise geringem Einsatz öffentlicher Mittel ein dauerhafter Mehrwert für die Stadt. Die CDU-Fraktion möchte mit diesem Antrag deshalb einen Ansatz verfolgen, bei dem Eigeninitiative, Bürgersinn und Klimaschutz miteinander verbunden werden. Eine solche Allee kann darüber hinaus zu einem besonderen Ort in Kevelaer werden.
Ein Brautpaar pflanzt einen Baum und kann ihn Jahrzehnte später gemeinsam mit seinen Kindern und vielleicht sogar Enkeln besuchen. Eltern können anlässlich der Geburt ihres Kindes einen Baum setzen lassen. Familien können einen Baum zum Gedenken an einen Angehörigen spenden.
So entsteht über die Jahre ein lebendiger Ort, der die persönliche Geschichte vieler Kevelaererinnen und Kevelaerer mit der Stadtgeschichte verbindet. Gerade für eine Stadt wie Kevelaer mit ihren vielen Familien, Vereinen und einem ausgeprägten bürgerschaftlichen Engagement bietet sich ein solches Konzept an.
Finanzielle Auswirkung
Die Verwaltung wird gebeten, ein Finanzierungsmodell zu entwickeln, bei dem die Kosten für Baum, Pflanzung und Anwuchspflege grundsätzlich durch den jeweiligen Baumspender getragen werden. Zusätzlich sollen Sponsoringmöglichkeiten durch örtliche Unternehmen und Institutionen geprüft werden.
Für die Stadt sollen nach Möglichkeit lediglich Kosten entstehen, die für die Auswahl und Bereitstellung geeigneter Flächen sowie die ohnehin erforderliche städtische Koordination und Unterhaltung nicht vermeidbar sind.
Die CDU-Fraktion beantragt daher, die Verwaltung mit der Prüfung und Entwicklung eines entsprechendenKonzeptes zu beauftragen und dieses dem Rat zur weiteren Entscheidung vorzulegen.
Mit freundlichen Grüßen
Mario Maaßen
CDU-Fraktionsvorsitzender